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Die Cartoons konnte ich mit freundlicher Genehmigung von Reiner Götsche übernehmen. Reiner Götsche fuhr auf SM- Boot "Deneb" als Signal-Maat Anfang der 80er Jahre. Er arbeitet heute als erfolgreicher Illustrator. Hier der Link zu seiner Website

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Geschichte

 

Für den Bundesminister der Verteidigung, Franz Josef Strauß, gab am 3. September 1958 Vizeadmiral Ruge den Aufstellungsbefehl für das 5. Minenesuchgeschwader.
Ab dem 1. Oktober wurde mit der Aufstellung des Geschwaders in Neustadt/Holstein begonnen. Zunächst richtete sich der Geschwaderstab an seinem Standort ein.
Zum Geschwader sollten 10 Minensuchboote des Typs 55 und ein Tender gehören.
Am 14. April 1959 wurde in Bremen - Lemwerder bei der Werft Abeking und Rasmussen das schnelle Minensuchboot "Schütze" in Dienst gestellt. So konnte der erste Kommandeur des 5. Minensuchgeschwaders, Korvettenkapitän Oswald Duch, das Typboot seines Geschwaders begrüßen.
Die Indienststellung der weiteren Boote ging zügig voran.
Die Boote "Krebs", "Fische", "Gemma", "Capella", "Uranus", "Widder", "Neptun", "Steinbock", "Herkules" und "Pluto" verstärkten das Geschwader. Im April 1961 traf das letzte Boot, die "Perseus" in Neustadt ein. Jedoch waren in der Zwischenzeit die Boote "Schütze" und "Krebs" wieder außer Dienst gestellt worden, da sich technische Schwierigkeiten in der Antriebsanlage ergeben hatten. Der Voith-Schneider Antrieb erbrachte nicht die geforderten 24 Knoten Höchstgeschwindigkeit, so daß alle weiteren Boote mit Escher-Wyss Anlagen ausgerüstet wurden. So wurde das SM-Boot "Fische" zum Typboot erklärt. Aber auch diese Umrüstung erbrachte nie die versprochenen 24 Knoten.
 
Die Boote haben folgende Einsatzdaten:
 

Länge über alles47 Meter
Breite 7 Meter
Tiefgang2,2Meter
Verdrängung    260 Tonnen
Geschwindigkeit24Knoten
Bewaffnung1 * 40 mm Bofors
© Marineverein Porto Sando e.V
 

In Gedenken

 

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5MSG

Marineeinheiten


5. Minensuchgeschwader
1958 - 1983

SM_Boot_Fische_1

Die SM-Boote der "Schütze"-Klasse sind eine Weiterentwicklung der im 2. Weltkrieg in vielen Einsätzen bewährten Räumboote. Zum Schutz gegen Magnetminen ist der Bootskörper aus Holz und alle anderen Anlagen, einschließlich der Antriebsanlage, aus antimagnetischem Stahl hergestellt. Die Minenräumausrüstung ermöglichte den Einsatz gegen Ankertau-, Akustik- und Magnetminen. Die primäre Aufgabe der SM-Boote im Verteidigungsfall war das Minenlegen. Zu Beginn des Jahres 1960 regte der damalige Kommandeur der Flottille der Minenstreitkräfte, Kapitän zur See von Blanc, an, daß das 5. Minensuchgeschwader das Wappen der 2. Räumflottille als Geschwaderwappen übernehmen sollte. Der aus dem Wasser stoßende silberne Dreizack war der 2. R-Flottille am 25.6.1942 durch Kommodore Ruge in Brest als Flottillenwappen verliehen worden. Ab Mitte des Jahres waren alle Boote mit dem neuen Wappen am Bug ausgerüstet worden.


Die 10 SM-Boote waren jetzt vollzählig an das Geschwader übergeben worden, jedoch mussten noch viele Geräte und Anlagen erprobt werden. Im Oktober 1960 führte "Fische" im Mittelmeer vor Toulon bei Ansprengversuchen die Schockerprobung durch, während die "Gemma" nach Portsmouth zur magnetischen Vermessung verlegte. Im Jahr 1961 führte das selbe Boot die Tiefwassererprobung der Minenräumgeräte vor Norwegen durch.
Da die Boote auch für die Unterseebootjagd eingestzt werden sollten, begab sich das SM-Boot "Gemma" im Juli 1962 in das Skagerak, um die Sonaranlage auf ihre Einsatzfähigkeit zu prüfen. Im November fuhr das Geschwader zum ersten Mal mit allen Booten nach Ostende, um an der dort ansässigen Minenschule der NATO die Besatzung in der Minenkriegführung auszubilden.

M 1096 SM Boot Fische in den 1980er Jahren

Das 5. Minensuchgeschwader 1983 ein seltenes Bild mit 11 SM-Booten Kl. 341 und dem Tender "Mosel" Im Vordergrund Block Trave Heimat des Stabes 5. Minensuchgeschwader bis 1988 und später der Systemunterstützungsgruppe des Geschaders bis zur Verlegung im Jahr 2005
Im Obergeschoss der Stab des Marinestützpunkt Olpenitz
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Im folgenden Jahr konnte das Geschwader endlich sein Begleitschiff, den Tender "Mosel", in Empfang nehmen. Die "Mosel" wurde am 8.6.1963 in Dienst gestellt. Von da an diente sie den Booten als Führungs- und Versorgungsschiff.

Tender_Mosel

Das Geschwader hatte seinen Ausbildungsbetrieb für Soldaten in vollem Umfang aufgenommen, so daß Einzelbootsausbildung, Teilnahme an Flottenmanövern und Auslandsreisen einander abwechselten. Ebenso hatten die planmäßigen Werftliegezeiten für die Boote begonnen, so gingen 1964 die Boote "Widder" und "Uranus" nach Amsterdam in die Werft, während die übrigen Boote deutsche Werften aufsuchten


Nachdem das Geschwader im September 1967 von seiner Auslandsreise aus der Nordsee nach Neustadt zurück gekehrt war, bereitete man sich auf den Standortwechsel nach Olpenitz vor. Hier war für die Bundesmarine ein neuer Stützpunkt gebaut worden. Am 28.11.1967 läuft das Boot "Neptun" als erstes von sieben Booten in Olpenitz ein. Die Boote "Capella", "Herkules" und "Fische" trafen erst in den folgenden drei Monaten in ihrem neuen Heimatstützpunkt ein, da bei einer außerplanmäßigen Werftliegezeiten Instandsetzungsarbeiten an den Antriebsanlagen durchgeführt wurden.

Man hatte sich schnell an seine neue Heimat gewöhnt, und so lief im Mai 1969 das Geschwader zur Auslandsreise nach Chatham in England aus. In der Nordsee wurde die Reise unterbrochen, da auf dem Führerboot "Steinbock" Feuer ausgebrochen war. Nur mit großer Mühe konnte der Brand gelöscht werden, jedoch das Boot war so stark beschädigt, daß es nach Wilhelmshaven laufen musste. Die Boote "Fische" und "Pluto" begleiteten den Havaristen. Während einer Werftliegezeit wurde das Boot wieder instandgesetzt.


Im Juli 1971 begann für das erste Boot bereits das Ende der aktiven Dienstzeit. Das SM- Boot "Uranus" wurde außer Dienst gestellt. Es folgten im April 1974 die Boote "Capella" und "Steinbock". Das SM-Boot "Widder" wurde der damaligen Unterwasserwaffenschule in Eckernförde unterstellt und kehrte im Januar 1976 zum Geschwader zurück. Das Geschwader übernahm für die außer Dienst gestellten Einheiten Boote  vom  3. Minensuch- geschwader. Im Oktober 1973 und Juli 1974 kamen die Boote "Deneb", "Atair", "Wega" und "Jupiter" nach Olpenitz. Damit verfügte das Geschwader über elf schnelle Minenboote.

MoselTauerbridge
SM - Boot "Deneb" mit einem Versuchsaufbau eines 2. 40 mm Geschützes

Man schrieb das Jahr 1977, als das Geschwader im April zur Auslandsreise nach Ostende in Belgien aufbrach. Dort eingetroffen, konnten die Besatzungen der Boote "Widder", "Wega", "Pluto" und "Atair" ihre Fähigkeiten in der Brandbekämpfung unter Beweis stellen. Am 20. April brach in einem Lagerschuppen im Ostender Holzhafen Feuer aus. Die vier Boote machten seeklar und verlegten an die gegenüberliegende Kaimauer. Dort begann man sofort mit der Brandbekämpfung. Gemeinsam mit der Feuerwehr konnte das Feuer gelöscht werden. Durch den schnellen Einsatz der Soldaten war größerer Schaden vermieden worden

Oostende_Holzhafen_Brand
Die Besatzungen bei der Brandbekämpfung zusammen mit der Örtlichen Feuerwehr im Oostender Holzhafen

Der Tender "Mosel" in seiner vollen Schönheit


 

Der Tender hatte folgende Einsatzdaten:


 

Länge über alles99Meter


Breite11,8 Meter
Tiefgang4,2Meter
Verdrängung       2934Tonnen
Geschwindigkeit  21Knoten
Antrieb  Dieselelektrisch 2 Wellen 12000 PS 2 Generatoren 5 E-Diesel
 
Bewaffnung  Radar gesteuerte Feuerleitanlage M 4
 2 Türme, Kaliber 100mm
 4 Geschütze, Kaliber 40 mm
 1 Sonaranlage
Besatzung  5 Offiziere
18 Portepeeunteroffiziere
36 Unteroffiziere
65 Mannschaften
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Im selben Jahr besuchten zum ersten Mal nach dem zweiten Weltkrieg 3 Boote des
5. Minensuchgeschwaders zusammen mit dem Tender "Lech" die finnische Hauptstadt Helsinki. Der Aufenthalt der deutschen Soldaten in Finnland wurde durch die herzliche Aufnahme durch die finnischen Bevölkerung zu einem großen Erfolg. Verstimmt reagierte dagegen die Sowjetunion. In der sowjetischen Zeitung Prawda wurde der Besuch der Minensucher als Versuch gewertet, das Kräfteverhältnis an der Nordflanke Europas zu verändern. Höhepunkt war der Besuch des Fußballspiels der DFB Elf. Alle Spieler kamen nach dem Spiel an Bord der Boote. Auf "Wega" kamen Berti Vogts und der Torschütze Klaus Fischer an Bord. Der E-Meister war ein alter Schulfreund  von Klaus Fischer. Es wurde ein lustiger Nachmittag und eine nette Erinnerung. Berti Vogts, als gelernter Maschinenschlosser, begeisterte sich beim Rundgang durch die Maschinen sofort für die Hauptmaschinen mit den 2 Turboladern. Am Abend war ein Empfang auf Tender "Lech." Sepp Maier war wie immer der Spaßvogel der Nation. Man konnte die Nationalspieler mal privat erleben.
1978 bestand das Geschwader 20 Jahre. Anläßlich der Jubiläumsfeierlichkeiten kam der damalige Bundespräsident Walter Scheel nach Olpenitz, um persönlich seine Glückwünsche zu überbringen. Da sind die Autoren der Festschrift wohl ins Träumen verfallen.
Der Bundespräsident kam nach Olpenitz, weil er eine Segeltour mit der "Gorch Fock" unternehmen wollte. Er kam mit einem Hubschrauber nach Olpenitz und musste an den angetretenen Soldaten des 5. Minensuchgeschwaders vorbei. Der Kommandeur machte ihm vorschriftsmäßig Meldung und offensichtlich geht ein Bundespräsidenten immer zu einem Rednerpult, wenn eines aufgestellt wird. Dieser wusste ganz offensichtlich nicht, warum die Soldaten angetreten waren und erzählte warum er in Olpenitz ist und das er sich gleich auf einen schönen Segeltörn freue. Es gäbe doch nichts schöneres, als mit einer Bark zu segeln. Er wünschte den Soldaten noch einen schönen Tag und entschwand auf die "Gorch Fock".
Aber die andere Version hört sich natürlich viel besser an.
1980 wurde dem Geschwader der Tender für 3 Monate entzogen. Die "Mosel" diente dem Ständigen Nato-Minenabwehrverband Standing Naval Force Channel, als Führungsschiff.

Deneb
Der Tender "Mosel" bei der Durchfahrt der Tower - Bridge

Seit Beginn der 80er Jahre war die Seeausbildung der Besatzung durch die Einschränkung in der Kraftstoffzuteilung schwierig geworden. Dennoch konnte durch eine Intensivierung der Hafenausbildung (die Stelling wurde eingenommen, die E-Disel wurden angeworfen und es wurde Seefahrt simmuliert. Das Telefon musste nicht abgeklemmt werden, da es nur eines auf dem Wachboot gab) und durch die Teilnahme an zahlreichen nationalen und internationalen Manövern der hohe Ausbildungsstand des Geschwaders gehalten werden. So erfüllten der Tender und die Boote 1983 wie davor vor 25 Jahren den an sie gestellten Auftrag, den Frieden zu sichern. Die Boote taten noch bis in die 2. Hälfte der 80er Jahre ihren Dienst im 5. Minen- suchgeschwader, haben aber nicht mehr, wie vorgesehen das 1. Minensuchgeschwader in Flensburg verstärkt, sondern wurden sehr schnell außer Dienst gestellt.
Das Minenkampfboot (die offizielle Bezeichnung der Planungsphase) der Klasse 343 wurde dann ab 1986 gebaut und ersetzte die SM-Boote der Klasse 341. Das 5. Minensuchgeschwader wurde als erstes mit diesem neuen Bootstyp ausgestattet.

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SM - Boot "Neptun" beim Winschex
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Soweit die Geschichte des 5. Minensuchgeschwaders bis 1983 der 2. Teil ist noch in Bearbeitung und folgt demnächst.  


Quelle: "25 Jahre 5. Minensuchgeschwader" und eigene kenntnisse

Das Portepeeunteroffizier-Korps 5. Minensuchgeschwader
Zusammen mit seinem Geschwader feierte auch das Portepeeunteroffizierkorps 5. Minen- suchgeschwader  sein 25 jähriges Bestehen. Gleichzeitig mit der Übernahme des Geschwaders durch seinen ersten Kommandeur, Korvettenkapitän Oswald Duch, fand die Gründungsver- sammlung im damaligen Heimathafen Neustadt statt. Aufgaben und Ziele der Gemeinschaft waren entsprechend der Satzung die Pflege der Kameradschaft und die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls. Dies kann ich bestätigen, da ich die Gemeinschaft 4 Jahre lang als 1. Vorsitzender führen durfte. Es war die einzige PUO Gemeinschaft in der Marine, die ein derartiges Zusammenhaltsgefühl vermittelte und lebte. Leider wurde diese großartige Gemeinschaft im Jahr 2002 aufgelöst.
Trotz einiger "Rivalitäten" zwischen den Portepeeunteroffizieren der Boote, des Tenders und des Stabes, die sich aus der unterschiedlichen Aufgabenstellung ergaben, herrschte ein hervorragendes kameradschaftlishes Verhältnis unter den Mitgliedern der Gemeinschaft. Dies drückte sich durch gemeinsame Veranstaltungen dienstlicher und geselliger Art, mit Kind und Kegel, seit seiner Gründung aus. Es waren ausnahmslos alle PUO Mitglied in unserer Gemeinschaft.
Wir erinnern uns gerne an die regelmäßige Teilnahme aller Kommandeure an den Versammlungen unserer Gemeinschaft, die das PUO-Korps sicher auch als einen Faktor der Stabilität und Kontinuität des Geschwaders geschätzt haben.
Das Portepeeunteroffizierkorps war etwa 75 Mann stark. Im Laufe der Jahre hatten ca. 1000 PUO`s an der Ausbildung von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften sowie an der Einsatzbereitschaft des Geschwaders einen großen Anteil.
Man hatte sich doch etwas lustig gemacht über das "K" im Wort Korps. Dabei war die Erklärung einfach. Man hatte sich bei der Gründung auf das Wort Korporalschaft geeinigt und davon die Kurzform "Korps"  übernommen. War vielleicht nicht ganz Glücklich gewählt, hatte aber den Geist der Gemeinschaft nicht beeinflusst und immer für Gesprächsstoff gesorgt.

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Goetsche_1
Goetsche_4
Goetsche_13
Mosel_Towerbridge

Reiner Götsche Illustrationen

 

Die Kommandeure

 
5.MGschw_Wappen